Mehr als nur ein Spiel: Mein Weg vom Tutorial zum ersten Freiflug

Vom Überleben zum Lernen

Nachdem ich im letzten Eintrag erzählt habe, wie ich meinen Xbox-Controller (und mich selbst) fast aus dem Fenster geworfen hätte, folgte eine Phase der Ruhe. Der „Klick“-Moment am 8. Juli war wichtig, aber er hieß nur: Ich stürze nicht sofort ab. Er hieß noch nicht: Ich kann fliegen.

Die nächsten Tage verbrachte ich also im Tunnel. Mein Ziel war simpel: Trainieren – Fliegen lernen.

Die Pflicht: Onboarding-Missionen

Ich startete ganz vorne. Im The Drone Racing League Simulator gibt es diesen „Anfängermodus“, eine Reihe von Onboarding-Missionen. Hier sind noch alle Hilfsfunktionen aktiviert. Die Drohne stabilisiert sich selbst, die Physik fühlt sich gedämpft an, fast wie auf Schienen.

War es aufregend? Nicht wirklich. War es notwendig? Absolut.

Es war eine Herausforderung, die Anweisungen präzise umzusetzen, aber es fühlte sich zum ersten Mal niemals unmöglich an. Jede Mission war ein kleiner Baustein. Gas geben, Höhe halten, Kurvenradius verstehen. Es war der Unterschied zwischen „Knöpfe drücken“ und „Verstehen, was der Stick tut“.

Der Wechsel: Enter the Goldberg

Nachdem ich den Anfängermodus abgeschlossen hatte, fühlte ich mich bereit für den nächsten Schritt. Ich wechselte das virtuelle Modell. Ich wählte die Goldberg-Drohne.

Das ist genau das Modell, das ich auch heute noch im Simulator nutze. Sie fühlte sich satter an, direkter, weniger wie ein Spielzeug. Mit diesem neuen Setup lud ich eine Karte, die mein Wohnzimmer für die nächsten Stunden ersetzen sollte: „Campground Freestyle“.

Der Meilenstein auf dem Campingplatz

Ich stand virtuell auf diesem Campingplatz. Bäume, Zelte, Wohnwagen, offene Wiesen. Keine leuchtenden Tore, die mir den Weg zeigten. Kein Tutorial-Text, der mir sagte, was zu tun ist. Nur ich, der vergilbte Controller und die Goldberg.

Ich startete die Motoren.

Mein Ziel war nicht, cool auszusehen. Keine verrückten Tricks. Keine Saltos (Flips), keine Rollen.

Ich wollte einfach nur geradeaus fliegen. Ich wollte sanft wenden, um eine Baumgruppe herum, und all das Training aus den Missionen in die freie Praxis umsetzen. Ich wollte sehen, ob ich die Drohne dorthin steuern kann, wo ich hinwollte – nicht dorthin, wo der Zufall sie hinweht.

Ich flog über die virtuellen Zelte hinweg. Ich zog weite Kreise über der Wiese. Und da war er wieder, dieser Moment der Klarheit.

Es war mein zweiter wichtiger Meilenstein im FPV. Der erste war die Erkenntnis „Es ist möglich“. Dieser hier war tiefer. Es war die Erkenntnis: „Ich kann eine Drohne steuern.“

Es war kein blindes Reagieren mehr auf Panik-Situationen. Es war Agieren. Ich gab den Input, die Drohne folgte. Dieser Flug auf dem Campingplatz war unspektakulär für jeden Zuschauer, aber für mich war es der Beweis, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

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